Dienstag, 12. Juli 2016

Das perfekte Geschenk


Eine Päckchenpackerin berichtet von einer Geschenkübergabe mit Gänsehaut in der Slowakei
Autorin: Ruth Rainer 

Seit 15 Jahren leitet Anke Eberling aus Eppingen, westlich von Heilbronn, eine Sammelstelle für „Weihnachten im Schuhkarton“. Ihr 14-jähriger Sohn Florian wuchs quasi zwischen den Kartons auf. Für ihn war das Weihnachtsfest jedes Jahr fest mit der Aktion verbunden.
Als Anke im letzten Jahr die Möglichkeit hatte, mit auf eine „Weihnachten im Schuhkarton“-Reise in die Slowakei zu fahren, hatte Florian die Idee, einen Schuhkarton zu packen, den seine Mutter dann persönlich an ein Kind überreichen sollte.

Hinein kamen Dinge, die seine Persönlichkeit wiederspiegelten. Als Matheliebhaber wollte er einen Solartaschenrechner und einen Zirkel verschenken. Auch die Tischtennisschläger durften nicht fehlen.
Unterwegs in der Slowakei fuhr Anke dann von Verteilung zu Verteilung und war überwältigt von der Freude der Kinder an den Schuhkartons – wobei sie immer auf der Suche nach einem 10- bis 14-jährigen Jungen für Florians Geschenk war. Als sie in die im Nordwesten des Landes gelegene Stadt Holíč kamen und dort ein Frauenhaus besuchten, fiel ihr der 10-jährige Daniel auf. Sie schloss ihn auf der Stelle ins Herz, als sie merkte, wie ruhig und schüchtern er war. Doch genau bei dieser Verteilung hatte sie das Geschenk ihres Sohnes im Auto vergessen. „Ich hatte mir sofort gedacht, dass der Junge genau der Richtige für Florians Schuhkartons ist. Aber leider hatte ich ihn ja nicht dabei und versuchte daher, diesen Gedanken zu verdrängen. Es waren schließlich genug Päckchen für alle Kinder da.“ Doch ausgerechnet Daniel bekam einen „falschen“ Schuhkarton. Außen war zwar das korrekte Alter angekreuzt, aber der Inhalt war für ein 2- bis 4-jähriges Kind. Spontan entschied sich Anke, schnell zum weit entfernten Auto zu laufen, um besagten Karton zu holen.

Was sie dann erlebte, bestätigte, dass es den Weg wert war. Als Daniel das Paket öffnete, schien es, als wären die Geschenke extra für ihn ausgesucht worden. Den Zirkel packte er mit einem strahlenden Lächeln aus und wiederholte immer wieder, wie gut er diesen doch für die Schule gebrauchen konnte. Seine Mutter, die danebenstand, erzählte Anke, dass Daniels Lieblingsfach in der Schule Mathematik ist – genau wie Florians. Auch über die Tischtennisschläger freute sich der Junge sehr. Doch als er den Solartaschenrechner im Karton entdeckte, war Daniel vor Begeisterung nicht mehr zu bremsen. Diese Freude teilte er mit allen seinen Freunden, indem seinen neuen Rechner begeistert herumzeigte.
Nach dieser Verteilung war Anke tief berührt. „Ich hatte echt Gänsehaut. Das war eine Gebetserhörung! Der Karton hat hundertprozentig gepasst.“ Einen Tipp, den Anke allen Schuhkarton-Packern mit auf den Weg geben möchte, ist:

„Betet doch auch für euren Schuhkarton und für das Kind, das ihn erhält. Gottes Wege sind wirklich großartig.“

 

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