Freitag, 20. November 2015

Echt (und) talentiert!

Autorin: Jenifer Girke

Was haben Andreas Bourani, Michi Beck und Smudo von den Fantastischen Vier, Rea Garvey und Silbermond-Frontfrau Stefanie gemeinsam? Sie haben alle gebuzzert – und zwar bei Mishka Mackova, als sie ihren Auftritt in den Blind Auditions bei „The Voice Of Germany“ hatte. Klar war das aufregend, aber berühmt wollte sie dadurch nicht werden. So weit hatte sie gar nicht gedacht: „Ich brauchte einfach eine neue Herausforderung.“ Heute Abend tritt sie wieder bei The Voice auf und was macht man am besten, um die Wartezeit zu überbrücken und die Aufregung in den Griff zu bekommen? Genau, einen Schuhkarton packen!
Mittlerweile steht die 22-Jährige selbstbewusst auf der großen Bühne, doch das war nicht immer so. Denn eine lange Zeit war Mishka davon überzeugt, sie könnte nicht gut singen...

Vier Mal gebuzzert - alle Juroren waren von Mishka begeistert! ©SAT.1/ProSieben/Richard Huebner


Gesucht: Ein Sinn und eine Stimme

Mishka Mackova – ein Name, den man sich gut merken kann. Eigentlich heißt die junge Musikerin Michaela, aber als Spitz- und Künstlername hatte man immer Mishka zu ihr gesagt. Sie wuchs in der Nähe von Stuttgart auf, ihre Eltern kommen aus Tschechien und auch Mishka hat nach wie vor eine enge Beziehung zu dem Land. Im Februar 2016 wird sie ihr Studium der Internationalen Sozialen Arbeit beenden, anschließend zieht sie nach Nürnberg und heiratet sogar im Laufe des Jahres. Was danach kommt, weiß sie nicht genau, aber Musik wird immer einen großen Anteil haben: „Mein Traum ist es, soziale Arbeit und Musik zu verbinden. Ich bin glücklich mit meinem Studium und der Beruf passt auch zu mir. Aber die Hälfte meiner Zeit und meiner Energie möchte ich gerne in die Musik investieren. Denn das sind meine zwei großen Leidenschaften – mit Menschen zusammenarbeiten und die Musik.“

Heute ist Mishka auf vielen Bühnen unterwegs; u.a. mit der Band "Netzwerk:Freunde", die selbstgeschriebene deutsche Love- und Popsongs spielen und nicht auf Mishkas Zauberstimme verzichten wollen. ©Mishka Mackova

So deutlich hat die 22-Jährige das vor fünf Jahren noch nicht gesehen, denn eigentlich war sie nie von ihrer Stimme überzeugt. Als Kind ging sie brav in den Klavierunterricht, als Teenager brachte sie sich mithilfe von YouTube selbst das Gitarrespielen bei: „Ich habe einfach die Songs gelernt, auf die ich Bock hatte, aber mir hat meine Stimme eigentlich nie gefallen. Ich habe oft in meinen Tagebüchern rumgeheult und Gott gebeten, er soll mir eine Stimme geben.“ In dieser Zeit war Mishka nicht nur auf der Suche nach einer Stimme, sondern auch nach einem Sinn. Diesen Gott, der ihr die Stimme geben sollte, kannte sie zwar schon (flüchtig), aber mehr als der sonntägliche Klischeebesuch in der Kirche und das „Danke für die Gaben und alles, was wir haben“ am Mittagstisch war es nicht. Mishka wurde schnell bewusst: „Wenn das alles ist, dann brauche ich das nicht.“



Echt sein

Deswegen machte sie sich als 13-Jährige auf die Suche und sprach mit vielen Menschen in und außerhalb ihres Bekanntenkreises. Da traf sie auf eine Gruppe junger Erwachsener, die ihr das offenbarte, was ihr bisher fehlte: „Das waren Leute, die einfach echt waren. Es waren ganz normale Menschen, aber so, wie sie ihren Glauben gelebt haben, war das nicht mit christlichen Floskeln, sondern es war normal und das hat mich begeistert.“
Diese Echtheit, diese Natürlichkeit und Normalität, diese Befreiung von Richtlinien und der Mut, seinen eigenen Weg zu gehen war genau das, was Mishka brauchte, um ihre Persönlichkeit zu entfalten. Aber was hat das mit ihr gemacht? Würde sie sich heute auch als „echt“ bezeichnen? „Ja, das wünsche ich mir. Ich will nicht zwei Wörterbücher brauchen – einmal, wenn ich mit Christen rede und einmal, wenn ich mit Nicht-Christen rede. Ich bin ich und das soll einfach normal wirken.“

So schön sieht "Echt sein" aus. ©what a youful picture

Gerade in der heutigen Gesellschaft verlässt sich der Mensch in erster Linie auf seinen Verstand, dann auf Google, dann auf sein Navigationssystem, dann auf die Meinungen anderer Homo Sapiens und erst, wenn er wirklich keinen Ausweg mehr sieht, schleicht sich das ein oder andere „Hilf mir doch Gott!“-Gebet ein. Einer nicht greifbaren, nicht tastbaren, nicht messbaren Person, die nicht einmal bei der NSA registriert ist, einen derartigen Wert zuzusprechen, sie Gott oder Jesus zu nennen und zu ihr zu beten, wird als irrational, meistens als verrückt bezeichnet. Und doch gibt es sie: Menschen, die ihrem eigenen Können nicht zutrauen, vollständiges Glück zu erfassen; die ihr Leben nicht nach den Launen und Trends einer Konsumgesellschaft ausrichten; die Werte ausleben möchten, mit denen sich ihr Herz und nicht ihr Verstand identifiziert: Nächstenliebe anstatt Egoismus, Achtsamkeit anstatt Ruhelosigkeit.


Und was bedeutet der Glaube für eine 22-jährige Musikerin, die mit ihrer Stimme Millionen von Menschen begeistert? Letztendlich bedeutet es vor allem eins: Frei sein. Echt sein. „Der Plan, den Gott für mich hat, ist viel spannender, als ich mir das selbst für mein Leben je zusammenbasteln könnte. Mein Glaube ist keine Entscheidung, die mich begrenzt. Es ist eine Entscheidung, die mich zu ganz vielen neuen Abenteuern bringt.“


Abenteuer Musik

Ein Abenteuer, das sie durch Jesus erleben darf, ist die Musik. Denn heute gefällt ihre Stimme nicht nur großen Musikern wie Rea Garvey oder Stefanie Kloß von Silbermond, sondern vor allem auch ihr selbst. Als sie 17 Jahre alt war, stand sie mit ihrer Gitarre das erste Mal auf der Bühne: „Das war mein erstes großes Erfolgserlebnis: Ich stand auf einer Bühne und hatte keine Angst; ich habe gesungen und den Leuten gefiel es. Da habe ich dann auch gecheckt: Ok, vielleicht ist wirklich das wahr geworden, was ich mir gewünscht habe und wofür ich gebetet habe.“

Als Sängerin und an der Gitarre tritt Mishka mit der Band "New Generation Band" schon seit 6 Jahren auf. ©Mishka Mackova


Seitdem stürzte sich das Supertalent von einem Projekt ins nächste – sie spielte Gitarre und sang in der Band „New Generation Band“, lernte immer wieder neue Stücke, machte Aufnahmen und schrieb sogar selbst den einen oder anderen Song. Auch bei eigenen Liedern ist die Echtheit das Markenzeichen von Mishka; und das bedeutet, sie singt über Dinge, die sie beschäftigen oder mit denen sie sich beschäftigen will: „Das ist so ein christlicher Mythos: Wenn man Christ ist, darf man auch nur über Jesus reden. Aber daran glaube ich nicht.“ Dafür gibt es auch einfach noch zu viele andere Themen in Mishkas Leben, zum Beispiel die Liebe. So entstand in einem Auslandssemester ein Song über Herzschmerz und Fernbeziehung. Ganz normal. Ganz echt. Mishka Mackova eben.


The Voice – um der Musik mehr Raum zu geben

Anfang des Jahres machte sich Mishka Gedanken, wie viel Zeit sie sich für die Musik nehmen möchte. Auf jeden Fall mehr, nur wusste sie noch nicht genau, wie das konkret aussehen sollte. Eine neue Herausforderung musste her – da kam „The Voice Of Germany“ genau richtig: „Im Grunde war ich frustriert mit meiner Musik. Ich war an einem Punkt, an dem ich das Gefühl hatte, ich wachse nicht weiter, ich brauche etwas Neues. Das war die Motivation, mich bei The Voice zu bewerben, damit ich einfach etwas Druck bekomme.“

Bei "The Voice Of Germany" verzauberte Mishka Millionen von Zuhörer mit dem Song "Salvation". ©SAT.1/ProSieben/Claudius Pflug


Vielleicht ist genau das der Grund für Mishkas Erfolg: Sie hat sich bei der Show beworben, weil sie es für sich gemacht hat und hat den Mehrwert für ihr musikalisches Ich an erste Stelle gestellt. Es ging nicht um Ruhm, es ging nicht darum, anderen etwas zu beweisen, es ging nicht einmal darum, weit zu kommen; es ging einzig und allein um sie und um das Bedürfnis, mehr Musik zu machen: „Der Gedanke war nicht: ‚Boah ich habe voll Bock auf Fernsehen!’ So weit habe ich gar nicht gedacht. Aber mit jedem Schritt, den ich weiter gekommen bin, habe ich mich mega gefreut und habe immer das, was als nächstes anstand, einfach mitgenommen – das war dann immer das nächste Ziel, Schritt für Schritt.“


Schritt für Schritt in die Battles

Ihre überzeugende Stimme, die Klarheit in ihrem Gesang, der Wow-Effekt in jeder ihrer Auftritte und natürlich ihre authentische Ausstrahlung brachten sie (mindestens!) bis in die Battles. Bei den Blind Auditions wollte jeder der fünf Juroren das Megatalent in seinem Team – Rea Garvey trat für sie sogar selbst auf die Bühne und versuchte Mishka mit einem persönlichen Ständchen zu überzeugen. Und Smudo von Fanta Vier sagte etwas ganz Bedeutsames, ohne dass er Mishka und ihren Glaubenshintergrund überhaupt kannte: „Du hast eine berührende Stimme. Mit der bist du gesegnet. Das ist irre.“

Mishka sitzt auf Reas Platz und er versucht sie auf der Bühne mit einer spontanen Performance davon zu überzeugen, in sein Team zu kommen. Sorry Rea, hat wohl nicht gereicht. ©SAT.1/ProSieben/Richard Huebner


Doch letztendlich entschied sich Mishka für die, die schon nach drei Sekunden auf den Buzzer haute – Stefanie von Silbermond. Ihr Statement zu der Herzenssängerin: „Du hast alles richtig gemacht, und zwar ist das, was du gemacht hast, genau hier angekommen. Man hat gemerkt, du machst das aus voller Seele – ganz bodenständig und ganz von dir. Das ist genau mein Ding. Ich glaube, dass du hier in der Sendung einen Platz verdient hast, der bis zu den Live-Sendungen geht und vielleicht bis ins Finale.“

Direkt nach der Show twitterte Stefanie ein Selfie von sich und ihrem Schützling. "Ich glaube ich habe noch nie so schnell gebuzzert; ich habe einfach nach drei Sekunden draufgehauen", sagte die erfolgreiche Musikerin nach Mishkas Auftritt.


Ob „The Voice Of Germany“ überhaupt der richtige Titel für die begnadete Sängerin wäre? „The Voice Of Mishka“ würde es vielleicht besser treffen – einfach sie, einfach Mishka, einfach echt. Genau diesem Ziel ist Mishka mit der Show näher gekommen, denn egal, wie weit sie noch kommt, ihr Plan ist jetzt schon aufgegangen: Als Musikerin konnte sie vieles dazu lernen, als Sängerin hat sie ihre Stimme weiter entwickelt, doch als Mensch ist sie so geblieben, wie sie ist.


Schuhkartons haben viel (mehr) Potenzial

Als wir uns bei der jungen Sängerin gemeldet haben, war sie sofort bei unserer Aktion dabei. Sie fragte ihre WG-Mitglieder, ob sie einen Schuhkarton packen – gesagt, getan. Noch an demselben Abend schnitten sie die Fotos der Packparty zusammen und erstellten dieses coole Stop-Motion-Video: 




Mishka war selbst schon zweimal in einem Waisenhaus in der Ostukraine, in dem auch Päckchen verteilt werden. Aus diesem Erlebnis heraus weiß sie, wie arm Kinder sein können, aber auch, welche Wünsche sie haben: „Die Kinder leben nicht hinterm Mond. Sie bekommen viel von unseren westlichen Ländern mit und auch, was wir haben, das sie nicht haben. Wenn sie dann ein Spielzeug bekommen, das sie nur von Erzählungen oder den Medien kennen und es selbst in der Hand halten, ist das wie ein Hauptgewinn.“

Bei „Weihnachten im Schuhkarton“ sieht sie vor allem eins: das große Potenzial einer kleinen Geste. Selbst wenn man nicht sieht, wie das Kind reagiert, kann man darauf vertrauen, dass eine Zahnbürste viel mehr Bedeutung hat, als nur die Zähne zu putzen: „Man weiß nie, was diese Kinder schon alles erlebt haben und oft erscheint bei all dem Leid so ein Schuhkarton nicht viel mehr als ein Tropfen auf dem heißen Stein. Aber der Schuhkarton hat trotzdem das Potenzial, einem Kind Mut zuzusprechen und ihm zu zeigen, dass es nicht alleine ist, dass es geliebt ist und dass dadurch sogar noch andere Menschen berührt werden.“

Wie wünschen Mishka Mackova viel Erfolg bei den Battles - sei einfach du selbst! ©SAT.1/ProSieben/Claudius Pflug


Für Mishka hat so ein Schuhkarton die Macht, Kinderherzen zu berühren. Sie selbst berührt mit ihrer Stimme viele Herzen – das nächste Mal heute Abend bei den Battles von „The Voice Of Germany“ (ab 20.15 Uhr auf Sat1).

Dafür wünschen wir ihr viel Spaß und Freude. Wie Stefanie schon sagte, wird es wieder aus voller Seele kommen, aus ganzem Herzen, aus ihrem Herzen. Denn: Ein Mensch, der echt ist, kann nicht noch echter werden.


Go Mishka!


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