Mittwoch, 15. April 2015

Vom Draufgänger zum Glaubenkurs-Lehrer

Hilfsbereit und voller Ehrgeiz. So würden heute seine Familie und Freunde den 26-jährigen Bekhee beschreiben. Ein junger Mann mit Herz. Doch vor nicht mal zehn Jahren sah das noch ganz anders aus.

Mit 17 war er ein „schwieriger Junge“, wie er selbst sagt. Viel getrunken und geraucht hat er. Dann fing er an, die Kirche zu besuchen. Nicht weil ihn Gott oder der Glaube interessiert hätte, sondern weil er gehört hatte, dass das der Ort ist, an dem man hübsche Mädchen finden könnte. Ob das wirklich stimmt, will er nicht verraten. Aber drei Jahre lang besucht er regelmäßig die kleine Kirchengemeinde in einem Vorort von Ulan Bator, der Hauptstadt der Mongolei. Mit einer Missionarin hat er ein gutes freundschaftliches Verhältnis. Sie hört ihm zu und ermutigt ihn, etwas aus seinem Leben zu machen. Bekhee fängt an sein Leben in geregelte Bahnen zu bekommen. Aber dann heiratet die Missionarin einen Amerikaner und zieht in die Vereinigten Staaten. Durch den Weggang seiner wichtigsten Bezugsperson verliert Bekhee den Grund, die Kirche weiterhin zu besuchen. Er stürzt sich in sein altes Leben – mit einer Wucht, die ihn selbst erschrecken lässt. Alles gipfelt in einer Straftat, für die er einen Monat ins Gefängnis muss. In ihrer Verzweiflung wissen seine Eltern sich nicht anders zu helfen, als ihn in die Armee zu stecken. Als er nach einem Jahr wieder nach Hause kommt, hat sich vieles verändert. Bekhees Schwestern und Brüder besuchen nun die Kirchengemeinde, in die er früher selbst gegangen ist. Die Begeisterung, mit der sie ihm von einem Ort erzählen, den er kennt, und einem Leben, das er nie kennengelernt hat, macht ihn erneut neugierig und so beginnt er wieder zur Kirche zu gehen.


Mit 21 nimmt er an einer dreitägigen christlichen Konferenz teil. Ein chinesischer Missionar erklärt in seiner Predigt mit eindrücklichen Worten, wie wichtig es ist, Jesus Christus als Retter anzunehmen. Diese Worte sind der Auslöser für etwas, das Bekhee irgendwie ersehnt, aber nie erlebt hatte. Er fühlt plötzlich, dass Gott ihn mit einer Kraft liebt, die er selber nicht begreifen kann. Er merkt, dass diese Liebe größer ist als die Sünde, die sein Leben so fest im Griff hatte. Dass dieses Erlebnis von vielen Tränen begleitet ist, erzählt der 26-Jährige nur ungern. Umso mehr aber von seinem Entschluss, sein Leben nun mit Jesus zu leben. Eine Entscheidung, die sein Leben grundlegend verändert hat.
 

Inzwischen hat der junge Mann mit dem herzlichen Lächeln eine Bibelschule besucht und arbeitet ehrenamtlich in der Kirchengemeinde mit, die er schon so viele Jahre kennt. Weil er selbst erlebt hat wie wertvoll es ist, schon früh von Gottes Liebe zu erfahren, arbeitet er voller Leidenschaft im Kindergottesdienst mit. Eine große Hilfe dafür ist „Die größte Reise“ (englisch: „The Greatest Journey“). Dieser zwölfteilige Glaubenskurs ist für Kinder entwickelt worden, um ihnen Gottes Liebe und Größe sichtbar zu machen. Eine Einladung zum Glaubenskurs erhalten die Kinder im Rahmen einer Schuhkartonverteilung und viele nehmen das Angebot an.

Seit drei Jahren unterrichtet er nun selber Kinder im Glaubenskurs „Die größte Reise“. Das Material begeistert ihn, weil die Kinder dadurch selber kreativ werden und er selbst dadurch immer wieder etwas Neues entdeckt. Das Wichtigste aber, das er gelernt hat, ist, dass Gottes Liebe größer ist als eine schlechte Vergangenheit. Und das möchte er den Kindern vermitteln. Und darum ist er dankbar für den Glaubenskurs, der am 6. Februar 2015 gestartet ist. Er ist dankbar für die zehn Kinder, die sich nach der Schuhkartonverteilung haben einladen lassen und voller Begeisterung zuhörten, als ihnen erzählt wurde, mit welcher Kraft und Hingabe Gott die Welt erschaffen hat. Und er ist dankbar für die kommenden Wochen, in denen er den Mädchen und Jungen zeigen kann, dass sie unendlich geliebt sind.



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen