Montag, 23. März 2015

Eine Uhr für Anna

Anna Bostan lebt zusammen mit ihren drei Geschwistern und ihrer Mutter in dem kleinen Ort Crihana Veche (Republik Moldau). Die 13-Jährige ist eine gute und zuverlässige Schülerin. In ihrer Schule ist sie für das Läuten der Pausenglocke zuständig. Für diesen verantwortungsvollen Job wünscht sie sich seit langem eine eigene Uhr. Dieser Wunsch ist für ihre alleinerziehende Mutter, die in Teilzeit als Putzkraft arbeitet, ein Ding der Unmöglichkeit. Das Geld reicht hinten und vorne nicht. Außerdem kämpft Annas Mutter gerade einen wichtigen Kampf – sie versucht vom Alkohol loszukommen. Der Vater ihrer Kinder war starker Alkoholiker und hat sie Familie vor einem Jahr verlassen. Hilfe erhält Annas Mutter von Ion Groza, dem Pastor der Baptisten-Gemeinde, die sie besucht. „Ich bin wirklich streng mit ihr“, sagt Pastor Ion Groza mit einem Zwinkern und doch Ernst in der Stimme. 

Pastor Ion hat einen guten und herzlichen Kontakt zu der Familie. „Die Kinder sind sehr gut in der Gemeinde integriert, sie besuchen die Lernbetreuung und arbeiten auch ehrenamtlich mit.“ Für ihn ist es selbstverständlich, dass er Familie Bostan unterstützt, wo er nur kann. So wird auch das Haus, in dem die Familie zwei Räume bewohnt, für die nächsten vier Jahre von der Gemeinde finanziert. In diese Situation hinein ist es für den Pastor eine besondere Sache, die vier Kinder zu Weihnachten mit gepackten Schuhkartons zu überraschen.


Als Anna ihren Schuhkarton öffnet, kann sie es kaum glauben. Neben Federtasche, Plüschtier, Haarbürste, Süßigkeiten und anderen Geschenken, findet sie eine kleine Schachtel. Ungläubig schaut sie genauer hin. In der kleinen Schachtel steckt eine weiße Armbanduhr. Eine Uhr – genau das, was sie sich so sehr gewünscht hatte. Als hätte jemand geahnt, was das junge Mädchen sind von Herzen wünscht.


Gepackt wurde der Schuhkarton von Elfi Raith, einer warmherzigen Frau aus Österreich. Als sie ihren Schuhkarton auf einem Foto wiedererkennt, ist sie zutiefst gerührt. Über Facebook war sie auf die Aktion aufmerksam geworden. In diesem Jahr hatte sie mit ihren Freundinnen beschlossen, sich zu Weihnachten nichts zu schenken und stattdessen Schuhkartons zu packen. Und dass ihre Geschenkeauswahl genau richtig angekommen ist, scheint ihr wie ein Wunder. „Die Uhr war dann wirklich das Letzte was ich für die Schachtel gekauft hab. Sie ist mir ins Auge gefallen und sofort hatte ich den Gedanken, dass sich da ein Mädchen in Moldawien sicher darüber freut. Das ist mir ja nun bestätigt worden“.

Eine weitere Überraschung erwartete die Familie und vor allem Anna, von der sie erst Tage später erfahren wird. Die Schülerin wird bald das Gymnasium abschließen und träumt davon, ein Technik-College zu besuchen. Allerdings beträgt die monatliche Gebühr 50 Euro, die Annas Mutter nicht aufbringen kann. Als Mitarbeiter während des Besuchs bei der Familie davon hörten, fand sich ein privater Spender aus Österreich, der diese Kosten übernehmen wird. Diese Überraschung macht sie sprachlos.


Zu diesem Weihnachtsfest ist wirklich neue Hoffnung in diese Familie eingekehrt. Die Schuhkartons und die Begegnungen mit den Verteilpartnern waren wie ein Lichtstrahl in einer nicht einfachen Lebenssituation. 


Die Familie lebt in einfachen Verhältnissen - wie viele der Familien in Moldau.
Die beiden Schwestern können ihr Glück noch gar nicht fassen.
Anna mit ihrer ersten eigenen Armbanduhr.
Warm eingepackt in ihrer neuen Jacke.
Der Besuch der Geschenke der Hoffnung-Mitarbeiter brachte Weihnachtsstimmung in die beschauliche Wohnung.
Trostlose Aussichten. So sieht es unmittelbar hinter dem Haus der Bostans aus.

Kommentare:

  1. ich finde das richtig super weil manche kinder einfach nicht in so reichen familien wohnen

    AntwortenLöschen
  2. Warum muss man seine Spenden, egal ob Geld oder Güter, immer im Ausland verteilen???
    Es gibt genug arme Menschen in Österreich!!!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Weil Menschlichkeit und Güte keine Ländergrenzen kennen.
      Wo ist denn der Unterschied ob man nun einem Österreicher, Moldawier, Inder... eine Freude macht? In jedem Fall hat man einem Menschen die Feiertage versüßt ☺

      Löschen
    2. Ich weiß nicht genau, was Sie mit Ihrer Frage meinen? Die Idee Weihnachten im Schuhkarton ist international.
      Es gibt sicherlich auch Hilfsprogramme auf Nationaler Ebene.

      Wenn es Sie stört, dass es viele Arme Menschen in Österreich gibt, dann können Sie sich doch dafür arrangieren.

      Ich persönlich mache Beides. Weihnachten im Schuhkarton und die Tafel in meinem Heimatort.

      Löschen
  3. Super Konzept! Wir sollten uns doch alle manchmal fragen, ob wir nicht alle vergessen, wie viele Menschen wirklich nichts haben und wir in unserem Luxus manchmal wirklich auf hohem Niveau nörgeln. Mich natürlich eingeschlossen. Bin auch eine alleinerziehende Mutter -aber uns geht es wirklich gut, wenn man diese Bilder sieht!

    AntwortenLöschen
  4. Ich dachte Uhren zu verschenken sei nicht erlaubt, oder geht das jetzt doch? Ich glaub nämlich nicht, dass es sich dabei um eine mechanische oder solar Uhr handelt.

    AntwortenLöschen