Mittwoch, 14. Januar 2015

Ein Schuhkarton für Alexandra

Bericht von Anke Lambert, Sammelstellenleiterin in Hagen

Bei den verschiedenen Schuhkartonverteilungen, die wir erleben dürfen, kommen wir nach Vrbov, einer kleinen Gemeinde mit rund 1421 Einwohnern, die im Norden der Slowakei liegt.

Als wir in das Wohnhaus eintreten, empfängt uns Alexandra schon krabbelnd an der Tür. Wie alle anderen Kinder und Erwachsene, die dort leben, ist auch sie sehr aufgeregt. Es wohnen rund 20 Personen dort, die uns alle sehr herzlich empfangen. Alexandra ist allerdings kein Kleinkind, sondern schon zehn Jahre alt. Sie hat nie laufen gelernt. Wie wir mit eigenen Augen sehen können, bewegt sie sich krabbelnd oder auf den Knien rutschend durch die Wohnung. Ihre Füße sind verbunden. 

Als ich ihr den Schuhkarton überreiche, strahlt sie mich mit ihren großen braunen Augen an; die Freude ist ihr anzusehen. Ich habe Tränen in den Augen, wie ich Alexandra so auf dem Boden sehe, während alle anderen Kinder mit ihren Schätzen aus den Päckchen herumlaufen und die den anderen zeigen. Aber Alexandra strahlt mich an und packt fröhlich all die schönen Dinge aus, welche die Familie in Deutschland für sie ausgesucht hat.

Unser Übersetzter erzählte uns, dass Alexandra eine Schule besucht und täglich dorthin in einer Art stabilem Kinderbuggy gefahren wird. Ich denke mir, dass sie auch nicht richtig nach draußen kann, weil es keine befestigten Wege gibt und alles sehr matschig ist.
Ich hoffe und bete, dass sie sich ihre Fröhlichkeit behält und dass die Familie sie zu einem Arzt bringen kann, der ihr helfen kann.


Sammelstellenleiterin Anke Lambert zusammen mit Alexandra.

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