Montag, 1. Dezember 2014

"Wirklich was fürs Herz ..."

Lydia Bräumer arbeitet in einem Wohnheim für Erwachsene mit geistiger Behinderung. Ehrenamtlich engagiert sie sich als Sammelstellenleiterin und übernimmt in dieser Funktion unter anderem die Annahme und Kontrolle von Schuhkartons. Als sie den Bewohnern von der Geschenkaktion erzählt, sind diese so begeistert, dass sie auch einen Schuhkarton für ein Kind in Not packen wollen. Jeder der wollte konnte so viel Geld geben, wie es für ihn möglich war. Die Großzügigkeit der Bewohner hat Lydia sehr angerührt. Sie bekam kleine Beträge wie 10 oder 20 Cent, aber auch 3-5 Euro. Von diesem Geld hat sie dann das eingekauft, was ihr aufgetragen wurde. Und anschließend haben alle gemeinsam den Schuhkarton beklebt und gepackt. Es kam ein „einzigartiger Karton“ dabei heraus.

Eine Situation hat Lydia besonders berührt. Eine Bewohnerin konnte beim besten Willen kein Geld geben. Deswegen kam sie zu ihr und wollte Lydia ihr eigenes Kuscheltier schenken. Sie hatte verstanden, dass es Menschen gibt, die noch weniger haben als sie und mit den Worten „Für ein armes Kind gebe ich es her“ überreichte sie schweren Herzens ihr Kuscheltier. Diese Herzenshaltung hat Lydia sehr bewegt. Das Kuscheltier wurde dann doch gegen ein selbstgemaltes Bild eingetauscht. Lydias Erklärung, dass gebrauchte Sachen nicht in den Schuhkarton dürften, verstand die Bewohnerin und war vielleicht auch ganz dankbar, ihr geliebtes Kuscheltier behalten zu dürfen. Aber der Wunsch, jemandem eine Freude zu machen, der noch weniger hat, ist geblieben.

Das gemeinsame Bekleben und Packen des Schuhkartons zusammen mit den Bewohnern des Wohnheimes war eine unglaubliche Erfahrung für Lydia Bräumer - es war "wirklich was fürs Herz". Denn allen ist bewusst geworden, dass Teilen schön ist, auch wenn man selbst nicht viel hat. Und gemeinsam entsteht dann etwas Unglaubliches: Freude für ein Kind.



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