Freitag, 28. November 2014

Liebe findet immer einen Weg

Joana und Tyrel brachten ihre Schuhkartons ins Hauptquartier von Samaritan's Purse

Als Joana von den Philippinen im Jahr 2000 einen Schuhkarton erhielt, konnte sie noch nicht ahnen, wie viel Liebe sie wirklich in und durch diesen Schuhkarton finden würde. Was sie und der Packer ihres Päckchens erlebt haben, liest sich wie ein Märchen - aber es ist das tatsächliche Leben. Und niemand ist darüber erstaunter als die beiden.

Ein verlorener Brief
Im Sommer 2000 erhielt Joana bei der Abschlussfeier der Sommer-Bibel-Schule in Quezon City, einem Vorort von Manila, einen Schuhkarton. Dieser war für sie viel mehr als nur ein Geschenk. Denn durch ihn bekam sie Kontakt zu einer Kirchgemeinde und fand nach einiger Zeit zum Glauben. Auch ihre Familie wurde dadurch angesteckt – ihr Vater entschied sich sogar Pastor zu werden.
Eine Erinnerung aus dem Schuhkarton behielt Joana all die Jahre: ein Foto von einem kleinen blonden Jungen mit einem Cowboy-Hemd und einem Lasso in der Hand. Auf dem Foto standen Name und Adresse des Jungen und so schickte Joana ihm einen Brief, in dem sie sich bedankte und schrieb, welchen Einfluss dieser Schuhkarton für sie und ihre Familie hatte. Doch dieser Brief erreichte nie sein Ziel. 
Im November 2011, elf Jahre später, beschloss Joana sich gezielt auf die Suche nach dem blonden Jungen zu machen. Die einzige Information, die sie hatte war der Name: Tyrel Wolfe. Die Liste von Tyrel Wolfes, die sie bei Facebook fand, war endlos. Wie sollte sie den Richtigen finden? Einer der Männer kam aus Idaho. Das Kind auf ihrer Fotografie war als Cowboy gekleidet, im Hintergrund sah man eine Bergkette. Sie selbst war nie den USA gewesen, aber sie wusste, dass es in Idaho Berge gab. War dieser Tyrel Wolfe der Richtige? Sie überlegte nicht lange und schickte ihm eine Freundschaftsanfrage.
In der Dorfgemeinschaft in Midvale, Idaho, war es schon nach 20 Uhr, als Tyrel sich bei Facebook einloggte und eine Nachricht von „irgendeinem Mädchen von den Philippinen“ in seinem Postfach hatte. So begann ihre Facebook-Freundschaft.

Reise zu den Philippinen
Je länger sie miteinander schrieben, desto mehr merkten sie wie viel sie gemeinsam hatte. Sie liebten beide Musik – wenngleich auch unterschiedliche Stile. Und Joana träumte schon immer von einem ruhigen Leben auf dem Land. Trotz des Zeitunterschiedes von 15 Stunden und ihren vollen Terminkalendern schafften die beiden es täglich über Facebook Nachrichten zu schreiben. Aber ihnen war klar – wenn diese Beziehung weitergehen sollte, dann mussten sie sich treffen.
Im Juni 2013 war es dann soweit. Tyrel flog von seinem gesparten Geld nach Manila. Als sein Flugzeug landete, konnte er Joana erst nicht finden, aber dann standen sie endlich voreinander. „Als ich zum ersten Mal wirklich sein Gesicht vor mir sah, überkam mich ein unglaubliches Gefühl“, beschreibt Joana ihre erste Begegnung. „Ich habe vor Freude geweint.“ In den folgenden 10 Tagen lernten sich die beiden kennen und lieben. Vor rund sieben Wochen heirateten Joana und Tyrel Wolfe auf einer Rinderfarm in Idaho. Für ihr erstes gemeinsames Weihnachtsfest haben sie beschlossen ihre Tradition des Schuhkartonpackens weiterzuführen und wenn sie Kindern haben, diese auch einzubinden. Tyrel erinnert sich: „Als kleiner Junge war ich so aufgeregt als ich meinen Schuhkarton gepackt habe, weil ich wusste, dass diese Geschenke einem anderen Kind so viel Freude bringen würden. Ich konnte nur nicht ahnen, dass diese Freude eines Tages zu mir zurückkommen würde.“


Joana und Tyrel heirateten im Oktober in Idaho, USA

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