Dienstag, 7. Oktober 2014

„Ich konnte nur staunen“



Susanne Möller steht im Flur und kann es nicht glauben. Sollte sie sich so verhört haben? Sie erinnert sich zurück. Vor einigen Tagen hatte eine Dame sie angerufen und freundlich gefragt, ob sie einige selbstgebastelte Karten bei ihr angeben könnte, damit diese für die Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ verwendet werden könnten. „So ein paar Karten kann man sicher immer irgendwie gebrauchen“, hatte Susanne noch gedacht. Ein „paar“ Karten waren das aber nicht, was Susanne nun in der Hand hielt. Sondern ein ganzer Karton voll! Rund 300 liebevoll gestaltete Karten - eine schöner als die andere. Susanne ist sprachlos von der Vielfalt, der Kreativität und der Großzügigkeit. 

Regina Becher-Fehr mit ihren selbstgebastelten Karten
Die Dame, die Susanne Möller seitdem regelmäßig mit den selbstgemachten Karten beglückt, heißt Regina Becher-Fehr und lebt auf Föhr. 2009 hatte die 74-Jährige in der Inselzeitung einen Artikel für die Geschenkaktion „Weihnachten im Schuhkarton“ gelesen und sofort das Bedürfnis gehabt zu helfen. Das christliche Werk Geschenke der Hoffnung, welches die Aktion ausrichtet, vermittelte anschließend den Kontakt zwischen Regina Becher-Fehr und Susanne Möller und stellte so die Weichen für eine besondere Freundschaft.

„Ich bastel wann immer ich Zeit und Lust habe – das trainiert schließlich meine Finger!“, sagt die Rentnerin mit einem ansteckenden Lachen. Für jede Karte, die sie meistens an ihrem Tisch im Schlafzimmer bastelt, braucht sie rund 30 Minuten. Die Materialien bestellt sie sich im Internet und neue Anregungen holt sie sich oftmals aus dem TV-Programm. „Es ist einfach eine tolle Beschäftigung“, weiß sie über ihr besonderes Bastelprojekt zu sagen.

Eine Freundschaft dank "Weihnachten im Schuhkarton:
Susanne Möller (li.) und Regina Becher-Fehr (re.)
Das Einzige, was Regina Becher-Fehr mit den Karten bezwecken möchte – die Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ unterstützen, damit Kinderaugen zum Glänzen gebracht werden. Denn jedes gepacktes Päckchen, jeder Schuhkarton ist gelebte Nächstenliebe, ist ein Zeichen von Gottesliebe. Wie genau das aussehen kann, da hat sie Susanne Möller freie Hand gegeben. Diese verschenkt die handgemachten Karten für einen kleinen Spendenbeitrag auf Flohmärkten, Gemeinden und anderen Einrichtungen und lässt den Erlös „Weihnachten im Schuhkarton“ zukommen. Und selbstverständlich werden diese Karten auch genutzt, um einen persönlichen Gruß für ein Kind mitzuschicken.



Seit dem ersten Karton, den Regina Becher-Fehr an Susanne Möller geschickt hatte, sind 5 Jahre vergangen. In dieser Zeit hatten die beiden Frauen nur telefonischen Kontakt. Susanne will das endlich ändern und diese besondere Frau kennenlernen. Aus diesem Grund setzt sie sich im Sommer 2014 in ihr Auto, fährt zur Fähre und dann mit dieser nach Wyk auf Föhr und besuchte endlich die Frau, die ihr so lange schon in unglaublicher Weise zugearbeitet hat. „Wir danken ihr sehr für ihren Einsatz“, sagt Susanne Möller, während sie den Arm um Regina legt, „und ihr wundervolles, ansteckendes Lachen und ihre liebe Art Menschen zu beschenken.“ 

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